Freitag, 29. Juni 2012

Lachyoga - Lachend zum Glück

Yoga-Meister Nepal Lodh. Foto: Nepal Lodh
Meine beste Freundin und ich probieren immer wieder gerne Neues aus. Diesmal sollte es Lachyoga sein. Zugegeben, wir waren ein wenig ratlos... Wie funktioniert das bloß? In unserem Kopfkino sahen wir uns keuchend und lachend auf der Matte liegend die Gliedmaßen verbiegen. Ganz so schweißtreibend war es zum Glück dann doch nicht. 

Als unser Lachyoga-Lehrer Nepal Lodh den Raum betrat, hatten meine Freundin und ich sofort denselben Gedanken: So sieht ein wirklich glücklicher Mensch aus. Der Mann strahlte eine unglaubliche Würde, Wärme und Ruhe aus. Es war einfach faszinierend. 
Genauso faszinierend ist es übrigens auch, Menschen grundlos lachen zu sehen bzw. selbst grundlos in Gelächter auszubrechen. Denn das ist Lachyoga. Aber lassen wir das besser jemanden erklären, der Spezialist auf diesem Gebiet ist. Im Anschluss an unseren Lachyoga-Abend habe ich Nepal Lodh um ein Interview gebeten.



Herr Lodh, lachen die Menschen zu selten?
Nepal Lodh: Nach meiner Beobachtung und Erfahrung ist das tatsächlich so. Im Gespräch habe ich die Leute mehrfach sagen hören: „Wir haben nichts zu lachen“. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie ständig ihre negativ erlebte Vergangenheit bewältigen müssen und damit viel Zeit verbringen, statt angenehme Ereignisse wahrzunehmen. Auch die Stressoren sind ein Grund: Stress in der Familie, Stress am Arbeitsplatz, Stress in der Freundschaft. Dadurch, so glaube ich, haben die Leute mehr Sorgen und wenig Lust zum Lachen.

Beim Lachyoga lacht man ohne Grund. Fällt das vielen Leuten schwer?
Manchen ja, anderen nein. Manche sagen: „Ich bin es doch nicht gewohnt, auf Kommando zu lachen. Das fällt ihnen schwer, sich zu überwinden und auf die neuen Übungen einzulassen. Schopenhauer hat einmal gesagt: „Wenn etwas neu ist, wird es bekämpft und danach stillschweigend geduldet, und später ist es selbstverständlich.“ So habe ich auch beobachtet, den Menschen fällt es im ersten Moment schwer, sich auf die Lachyoga-Theorie einzulassen.

Kann man Lachen denn lernen?
Wir brauchen das Lachen nicht zu lernen. Diese Freude und das Lachen sind schon in unserem Körper drin, weil wir als Baby die ersten Körpersignale gesendet haben durch das Lachen, wenn das Gesicht der Mutter oder des Vaters auftaucht. Dann haben auch der Vater und die Mutter das Kind zart berührt, um es zum Lachen zu bringen. Man kann es aber auch lernen - wie alles andere.

Warum praktizieren und lehren Sie Lachyoga?
Lachyoga ist mir in die Wiege gelegt worden. Als Kind habe ich viel gelacht und das Leben als Freude empfunden. Ich brauchte keine Witze zu hören, sondern konnte grundlos innere Freude empfinden und habe gelacht. Ich praktiziere Lachyoga, weil ich meine Lebensfreude intensiver genießen möchte und auch mein Herz entlasten und stärken möchte. Ich lehre in meinen Ausbildungslehrgängen auch Lachyoga und bilde Lachyoga-Traininer/innen aus, um mehr Menschen zum Lachen zu inspirieren. Dadurch verschwinden negative Gedanken und werden durch positive ersetzt.

Wieso heißt es eigentlich Lachyoga?
Das Ziel des Yoga ist, Körper, Geist und Seele zu vereinigen, damit der Mensch dadurch glücklich wird und bleibt. Beim Lachen verbinden wir auch unsere Atmung und Körperhaltung, und die Muskeln werden dabei aktiviert wie im Yoga. Das Lachen, angewandt als Mittel, um die Yogaziele zu erreichen - deswegen Lachyoga.  

Und wie funktioniert es?
Aus Fröhlichkeit ohne Grund lacht man, und dieses Lachen schüttet im Gehirn Glückshormone aus. Dadurch werden die beteiligten Lachmuskeln angesprochen und das Lachen funktioniert weiter, und man fühlt sich auch fröhlicher.

Bitte erläutern Sie einmal ganz genau, was beim Lachen mit Körper und Geist passiert.
Lachen ist eine Art Erlebnisübung, um die fünf Sinne auszuschalten, zur Informationsverarbeitung und um die Sinne zu stärken, damit sie sich erholen können. Durch das Lachen erzeugte Schwingungen und Bewegungen aktivieren in der Muskulatur den Muskeltonisierungsprozess und erweitern die Gefäße. Dadurch wird der Körper durchblutet und man atmet besser. In dieser Hinsicht ist das Lachen eine ausgesprochen gute Atemübung für den Körper, und der Geist bekommt eine schöpferische Pause. Während des Lachens kann er sich erholen, entspannen und erfrischen.

Wie oft praktizieren Sie Lachyoga?
Gleich morgens beginne ich mit dem "Morgenlachen", und Stress versuche ich zu verdrängen, indem ich das "Antistresslachen" mache. Wenn ich alles zusammenzähle, dann lache ich doch über 25 Mal am Tag. Und zum Schluss, wenn ich nicht einschlafen kann, mache ich auch vier Lachübungen. Auch in meinen Yoga- und Lachyoga-Ausbildungslehrgängen lache ich sehr viel.

Und worüber können Sie am meisten lachen?
Über meine Ungeschicklichkeit und Missverständnisse meinerseits oder von der Seite des anderen.

Glücksrezept bedankt sich herzlich bei Nepal Lodh für das Interview. 

Es gibt übrigens unzählige kreative Lachübungen... Meiner Freundin und mir hat neben dem "Begrüßungslachen" (sich die Hand geben und loslachen) das "Partnerlachen" besonders gut gefallen. Man steht sich dazu gegenüber, schaut seinem Partner tief in die Augen, legt die rechte Hand auf das Herz des anderen und sagt gleichzeitig die schönen Worte: "Wo deine Seele verweilt, verweilt auch meine Seele. Und wo meine Seele verweilt, verweilt auch deine Seele." Dann hebt man die Hand und - na, was wohl - LACHT! 

"Ho-ho! Ha-ha-ha!" 

Jede Menge weitere Infos über Lachyoga und Nepal Lodh gibt es hier.

Kommentare:

  1. Danke für das Interview mit Nepal Lodh. Ich habe ihn während meiner Ausbildung zum Lach-Yoga-Lehrer kennen gelernt und bin seitdem keinem Menschen mehr begegnet, der so in seiner Mitte ruht und voller Lebensfreude ist! Allzeit ein fröhliches Herz wünscht dir: Reinhard :-)

    AntwortenLöschen
  2. Das klingt ja genial ! Das muss ich unbedingt mal ausprobieren :D
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jedes liebe Wort und natürlich konstruktive Kritik von dir. Schön, dass du mich hier besuchst. :)